SV 1923 Nieder-Wöllstadt e. V.

Nach dem Aufstieg (1966 1989)

Ein grosser Erfolg unserer Mannschaft war die Erringung der A-Meisterschaft in der Saison 1965/66.
Diesen Titel hatten sich die Aktiven in souveräner Manier mit einem komfortablen Punktevorsprung schon frühzeitig eingespielt.

Auch in der Jugend war wieder ein Erfolg zu vermelden; die B-Jugend wurde Kreispokalsieger.

Für die kommende Saison hatte man sich trotz des Erfolges von Trainer Walter Romeis getrennt und unser früherer Spieler Walter Decker übernahm diesen Job.
Es wurde nach anfänglich gutem Start eine schwere Saison und man war letztendlich froh, den Klassenerhalt in der Bezirksklasse Frankfurt-West geschafft zu haben
Als aber im Jahr darauf die Neuzugänge Manfred Rau, Wilfried Springer, Helmut Schwarz und Herbert Wagner spielberechtigt waren, konnte die 1. Mannschaft den dritten Tabellenplatz erringen.
Im Juni 1967 wurde Fritz Legrady als 1. Vorsitzender Nachfolger von Fritz Ambron. Diese Funktion übte er dann bis einschliesslich 1971 aus.
Als sein Stellvertreter wurde Norbert Kromm zum 2. Vorsitzenden gewählt.

Die Saison 1968/69 brachte uns dann den bitteren Abstieg aus der Bezirksklasse; gleichzeitig gab Walter Decker seine Tätigkeit auf. Neuer Trainer wurde
Otto Marquardt, der aber nach nur einem Jahr wegen eines Umzugs nicht mehr zur Verfügung stand.

1969 wurde auf den Sportplatz eine Flutlichtanlage angeschafft und im Jahr 1970 wurde seitens der Gemeindevertretung endlich der lang gestellte Antrag zur Errichtungund Bezuschussung eines Trainingsplatzes hinter dem Sportplatz genehmigt.
Dieser – mittlerweile etwas renovierungsbedürftige – Platz im Kleinfeldformat, der gegen Ende 1971 fertigestellt wurde, wird heute rege von jugendlichen und Kindern genutzt.

1971 wurde auch eine Damenmannschaft gegründet, die im Jahre 1972 erstmals an der neu geschaffenen Verbandsrunde teilnahm und zu diesem Zeitpunkt 20 Mitglieder hatte.
Der Verein selbst hatte zu diesem Zeitpunkt 365 Mitglieder.

Die Saison 1971/72 brachte fast den erneuten Abstieg; erst nachdem man sich sich von Trainer Fritz Steinlein , der nicht den besten Draht zu den Spielern fand, getrennt hatte, konnte der Abstieg noch verhindert werden.
In diesem Jahr begann auch die Zeit von Walter Decker als 1. Vorsitzender, nachdem er noch einmal in der Saison 1970/71 als Trainer fungiert hatte.
Decker war danach Vorsitzender von 1971 bis 1977.
Als neuer Trainer wurde Paul Haidlas verpflichtet und auch in der Jugend war unter Jugendleiter Ewald Ristau, der auch in den Kreisjugendausschuss gewählt wurde, ein Aufschwung unverkennbar.
So ging es auch in das Jubiläumsjahr 1973.

Das 50-jährige Vereinsjubiläum im Jahre 1973

Damenmannschaft

Tabellenmässig erreichte die 1. Mannschaft im Jubiläumsjahr den 6. Platz, was nach der letzten Saison als Erfolg anzusehen war.
Die Vorbereitungen und Durchführung der Festveranstaltungen anlässlich des 50-jährigen Bestehen des Vereins hielten allerdings viele Mitglieder in Atem. Aktivitäten aller Orten waren nicht zu übersehen. Hier wurde deutlich, dass viele Vereine an diesem Geschehen teilnahmen und, dass das Vereinsleben in Nieder-Wöllstadt in Ordnung war; sogar die Hauptstrasse in Ober-Wöllstadt war mit Fahnen geschmückt, nachdem sich beide Ortschaften zur Gemeinde Wöllstadt zusammengeschlossen hatten.
Im Jahre 1974 wurde als neues Vereinslokal die Gaststätte Bendisch ausgewählt, nachdem das bisherige Vereinslokal „Zur Eisenbahn“ (jahrelang von der Familie Arnold und danach Fickenscher betrieben) zum 31.12. 1973 geschlossen wurde. In der Folge wurde daraus die Legende „ Beim Herbie“. Heute leider eine Pizzeria.

In dieser Saison konnte unter Trainer Wolfgang Haidlas der Abstieg mit 2 Punkten Vorsprung gerade noch vermieden werden.

Für das Spieljahr 1974/75 konnten wir Herbert Wagner als Spielertrainer zurückgewinnen, der seit 1968 beim FSV Frankfurt spielte und dort auch grosse Erfolge erzielte.
Seinen grössten Triumph feierte er im Jahre 1972 , als er Deutscher Amateur-Fussballmeister wurde.
Noch heute weiss der weit über Wöllstadts Grenzen hinaus bekannte Herbert Wagner die tollsten Geschichten aus dieser Zeit zu erzählen. Danach spielte er mit dem FSV im bezahlten Fussball, sodass für Ihn ein Reamateurisierungsantrag erforderlich war.
Gleichzeitig übernahm Herbert Wagner das Training der A- und B-Jugend.
Kurt Müller wurde erstmals zum Jugendleiter gewählt; dieses Amt hatte er bis 1983 inne.

1975 wurde dann die Sportplatzrenovierung in Angriff genommen, nachdem innerhalb der Gemeindevertretung endlich Grünes Licht gegeben wurde. Hauptsächlich wurde dabei eine Drainage verlegt; dazu mussten Gräben gezogen werden ,die dann später wieder mit Gras zuwachsen sollten, was sich aber als Wunschdenken herausstellte. Von da an war der Zustand des Sportplatzes Problemthema Nr. 1 über viele Jahre hinweg.
Das Jahr 1975 brachte auch für Herbert „ Herbie“ Wagner eine Wende.
Er übernahm nämlich zusätzlich zum Trainerjob zusammen mit seiner Frau Heide das Vereinslokaldes SV 1923 und – weil Ihm das nicht genug war – er betätigte sich auch noch als Schiedsrichter.
Die A- und B-Jugend kamen beide in dieser Saison bis ins Pokalendspiel, in denen sie jeweils 0:1 verloren. Die D-Jugend wurde in der Saison 1976/77 Kreismeister.

Hier trug die kontinuierliche Arbeit von Kurt Müller und seinen Mannen ihre Früchte.

Die 1. Mannschaft belegte in den folgenden Jahren mehr oder weniger gute Plätze im vorderen Mittelfeld, ausser in der Saison 1978/79, in der man fast abgestiegen wäre.

Im Jahre 1977 wurde dann Norbert Kromm zum 1. Vorsitzenden gewählt; diesen Posten behielt er bis 1986.
2. Vorsitzender war erst Wilfried Arnold und ab 1979 bis 1987 Norbert Schäfer.

1978 wurde dann erstmals das Georg-Ambron-Gedächtnis-Turnier für B-Jugendmannschaften ausgetragen. Die A- und B-Jugend schafften den Aufstieg in die Leistungsklasse.

Für die Saison 1978/79 wurde dann als Trainernachfolger von Herbert Wagner, dem dann doch alles zuviel wurde,Gerhard Liermann verpflichtet.
Dieser Trainer, der nur eine Saison tätig war und von Paul Haidlas abgelöst wurde, hatte sich in kürzester Zeit den Spitznamen „Mörder“ verdient, weil er eine Vorliebe für Hüpfseile, Bleiwesten, Medizinbälle sowie ein „mörderisches Training“ hatte. In dieser Saison wurde auch die 10-Minuten-Zeitstrafe eingeführt. Der evtl. geplante Sportplatzneubau hinter dem Sportheim konnte nicht realisiert werden, weil allein die Versetzung der Stommasten der OVAG 160.000.- DM gekostet hätte.

1979 wurde die C-Jugend Kreismeister und als absoluten Rekord hatte der Verein 422 Mitglieder!

Der Hartplatz entsteht
Anfang 1980 war dann endlich auch klar: Der jetzige Rasenplatz wird in einen Hartplatz umgebaut und in ca. 2 Jahren sollte nach damaligen Vorstellungen oberhalb dieses Platzes evtl. ein Rasenplatz entstehen. Nachdem dies feststand, ging alles ganz schnell. Baubeginn war der 18.06.1980 und Ende September konnte bereits das erste Meisterschaftsspiel auf diesem Platz, der zusätzlich mit einer Berieselungsanlage ausgestattet wurde, ausgetragen werden.Die offizielle Einweihungsfeier mit all den Personen und politischen Gremien, die den Bau dieses Hartplatzes möglich gemacht hatten, fand am 22.10.1980 im Vereinslokal statt.

Für die Saison 1980/81 wurde als neuer Trainer Heinrich Häuser verpflichtet, mit dem der SV eine erfolgreiche Zeit erlebte. In dieser Saison belegte die 1. Mannschaft den 5. Tabellenplatz.

Die Saison 1981/82 und auch die Zeit danach verlief für den SV recht turbulent.

Zum einen wurde im sportlichen Bereich die B-Jugend Meister der Kreisklasse und stieg in die Kreisliga auf. Zum zweiten wurde der von dem seit Anfang 1981 im Amt befindlichen Bürgermeister Volker Schäfer ins Leben gerufene Gemeindepokal erstmals in der Zeit vom 21.-23.07.1982 auf dem Gelände des SV 1923 ausgetragen. Diesen Pokal konnten wir auch prompt gewinnen.
Das wichtigste aus sportlicher Sicht aber war die Erringung der Meisterschaft unserer 1. Mannschaft, die damit in die Bezirksklasse Frankfurt-West aufstieg.
Dieses Ereignis wurde mit einer gebührenden Meisterschaftsfeier im Bürgerhaus Nieder-Wöllstadt gefeiert

Die Entstehung des neuen Sportheimes und des Rasen

Das allerwichtigste war jedoch das Voranschreiten bezüglich des Neubaus unseres Sportheimes und des Rasenplatzes.

Im April 1982 wurde uns mitgeteilt, dass das Land Hessen der Gemeinde Wöllstadt 500.000.- DM für den Bau eines Rasensportplatzes zur Verfügung stellt. Voraussetzung dafür war jedoch, dass man noch in diesem Jahr mit dem Bau beginnt.

Im Mai 1982 stand dann endgültig fest: Das alte Sportheim muss weg, damit der Rasenplatz ohne Versetzen der Strommasten gebaut werden kann.

Aber auch hier stand man unter einem enormen Zeitdruck, da der Rasenplatz ja noch in diesem Jahr in Angriff genommen werden musste. Es wurde deshalb festgelegt, dass das neue Sportheim zwischen den Hartplatz und die Gerberei gebaut wird und spätestens Ende September bezugsfertig sein muss. Hierbei wurde der Neubau mit 220.000.- DM veranschlagt, wobei der Zuschuss der Gemeinde 80.000.- DM betrug. Es war somit von vornherein klar, dass der grösste Teil der Aktion in Eigenleistung vollbracht werden muss.

In der Generalversammlung vom 11.06.1982 wird dem Projekt Abriss und Neubau des Sportheimes sowie Bau eines Rasenplatzes zu den von der Gemeinde vorgetragenen Vertraglichen Bedingungen durch die Mitglieder des Vereins zugestimmt.Im August gings dann auch schon los.
Viele Helfer machten es tatsächlich möglich, dass das neue Sportheim – auch Häusi genannt – ab Mitte Oktober genutzt werden konnte, auch wenn noch nicht alles komplett fertiggestellt war. Am 17.10.1982 wurde das Richtfest gefeiert und am 26.11.1982 fand die Einweihungsfeier mit vielen Ehrengästen auf dem Sportgelände bzw. anschliessend im Vereinslokal statt. Das alte Sportheim wurde im gleichen Zeitraum mit Hilfe eines Spezialkettenfahrzeuges und 15 Soldaten der US-Streitkräfte in Friedberg abgerissen und der angefallene Bauschutt wurde von Nieder-Wöllstädter Landwirten zur Befestigung von Wirtschaftswegen abgefahren.

Danach konnte noch wie geplant, im Jahre 1982 mit dem Bau des Rasensportplatzes begonnen werden.

In der Saison 1982/83 wurden wir – nachdem wir zwischenzeitlich sogar Spitzenreiter waren – nach einer Niederlagenserie in der Tabelle durchgereicht und mussten schliesslich absteigen. Nach dieser Saison beendete Heinrich Häuser seine Trainertätigkeit beim SV 1923 Nieder-Wöllstadt.

Auch die Jugendarbeit wurde immer schwieriger; es konnte nicht einmal für jede Jugendklasse eine Mannschaft gemeldet werden. Dennoch gelang es der A-Jugend den Kreispokal nach Hause zu holen.

Das 60-jährige Vereinsjubiläum im Jahre 1983

Auch dieses Jubiläum wurde in einem grösseren Rahmen gefeiert, sowohl was das sportliche, aber auch was die Unterhaltung betraf.

In diesem Jahr wurde unser Verein auch als e. V. in das Vereinsregister eingetragen.

Für die Saison 1983/84 wurde dann Jürgen Kesper als Trainer verpflichtet, der aber nach dieser Saison wieder kündigte.
In dieser Saison wurde unsere 1. Mannschaft Tabellenzweiter.

Rasensportplatz

Nachdem die Arbeiten im Jahr 1983 am Rasensportplatz fertiggestellt werden konnten, wurde der Platz eingesät und musste dann 1 Jahr liegen bleiben., damit der Rasen sich fest verwurzeln konnte.

Am 31.07.1984 fand eine offizielle Einweihungsfeier im Vereinslokal statt und am 04.08.1984 wurde der Rasensportplatz seiner Bestimmung übergeben. Zu diesem Anlass war es den Verantwortlichen gelungen, Eintracht Frankfurt als Gegner unserer 1. Mannschaft zu verpflichten. Ca. 1500 Zuschauer wollten diesem Ereignis beiwohnen.

Für die Saison 1984/85 haben wir dann wiederum einen ehemaligen Spieler des FSV Frankfurt als Trainer engagiert, Hubert Klein, der aber nach nur einer Saison seine Tätigkeit als Trainer aus beruflichen Gründen wieder beenden musste.

In dieser Saison musste der Meister in einer Entscheidungsrunde unter drei Mannschaften ermittelt werden, dem SV Ockstadt, dem SV Reichelsheim und dem SV 1923 Nieder-Wöllstadt. Das letzte und entscheidende Spiel gewann der SV Reichelsheim gegen den SV vor einer Rekordkulisse von 2500 Zuschauern in Ockstadt mit 2:0 und stieg in die Bezirksklasse auf. Trotz der Niederlage war dies ein Riesen Erfolg für den Verein, zumal man sagen kann, dass sämtliche Spiele auf einem sehr hohen Niveau standen.

Für die Saison 1985/86 haben wir dann wieder Heinrich Häuser als Trainer gewinnen können; wir belegten den 7. Platz.

In dieser Saison kommt es auch unter den Jugendleitern Michael Nebel vom SV 1923 Nieder-Wöllstadt und Manfred Merkel von der TSG Ober-Wöllstadt zur Gründung der Jugendspielgemeinschaft. In diesem Jahr konnten auch wieder 7 Jugendmannschaften gemeldet werden, nachdem im Vorjahr beim SV nur noch 4 Mannschaften existierten.
Die D-Jugend wurde in diesem Jahr Kreismeisterund es war auch sonst allgemein ein Aufschwung in allen Jugendmannschaften festzustellen.

Am 25.08.1986 kam es zu einem Tiefpunkt in der Vereinsgeschichte:

Die Jahreshauptversammlung musste abgebrochen werden, da sich kein 1. Vorsitzender fand.
In der Wiederholungsversammlung am 06.06.1986 fand sich mit Walter Nebel doch noch jemand, der bereit war, dieses Amt zu übernehmen.

In sportlicher Hinsicht ist zu vermerken, dass Heinrich Häuser im Februar 1987 mitten in der Runde seinen Rücktritt erklärte. Nachdem Walter Nebel kurzfristig als Interimstrainer tätig war, konnte man in dieser Saison Horst Mörschel als Trainer gewinnen, mit dem es auch in die nächste Saison ging.

1987/88 wurde auch der heute noch in dieser Funktion tätige Jugendleiter Gerhard Schlautek gewählt. Die Damenmannschaft feierte die Meisterschaft mit einem Punktekonto von 24:0 und stieg in die Bezirksliga auf.

Die 1. Mannschaft wurde in diesem Jahr 9., nachdem es Trainer Mörschel gelungen war, im Vorjahr den Abstieg zu vermeiden.
Die C-Jugend wurde Kreispokalsieger; allerdings waren hier nur 3 Spieler vom SV1923 im Aufgebot.

Mit der Saison 1988/89 begann die Zeit des neuen 1. Vorsitzenden Norbert Schäfer, der zuvor seit 1979 bereits als 2. Vorsitzender fungierte.
Schäfer war bis 1995 Vorsitzender unseres Vereins.
Während dieser Saison wurde auch das Vertragsverhältnis mit Trainer Horst Mörschel gelöst und als Zwischenlösung fand man mit Walter Köbel und Paul Haidlas ein neues Trainergespann.