SV 1923 Nieder-Wöllstadt e. V.

Die Gründerjahre 1923 - 1943


Was mag die Gründer wohl dazu bewogen haben, unseren heutigen Verein ins Leben zu rufen? Nun, wir glauben, dass die Antwort auf diese Frage nicht schwer zu finden ist!
In verschiedenen Nachbargemeinden waren bereits Fussballvereine ins Leben gerufen und die Jagd nach dem runden Leder war voll im Gange.Und was den Nachbarn möglich war, konnte auch für Nieder-Wöllstadt nicht so schwer sein.Folgerichtig verabredeten sich einige Herren im Juni des Jahres 1923 und gründeten unseren Verein. Es handelte sich dabei um folgende Sportkameraden:

Karl Ambron, Josef Derbort, Fritz Geßner, Wilhelm Geßner, August Götz, Hermann Kromm, Heinrich Langlitz und Johann Schaub

Aus diesen Personen setzte sich auch hauptsächlich der Stamm der aktiven Fussballer der ersten Stunde zusammen; hinzu kamen noch die Spieler:

Adam Bechtold, Karl Bernhard, Heinrich Karb, Wilhelm Keith, Albert Münk, Heinrich Münk, otto Reifschneider, Rudolf Reifschneider, Georg Schmidt sowie Georg Neusinger.

In dieser Konstellation spielte der Verein bis zum Jahre 1927. Als Sportplatz diente in dieser Zeit eine Kuhweide. Die für den Spielbetrieb notwendigen Torpfosten wurden von dem damals noch jugendlichen Hermann Kromm – später Vereinsvorsitzender – aus dem elterlichen Betrieb organisiert, was zur damaligen Zeit eine durchaus erwähnenswerte Leistung darstellte.Dann jedoch musste der Verein aufgrund der in dieser Zeit bestandenen politischen Verhältnisse zwangsweise aufgelöst werden und es wurde ein neuer (Arbeitssport-) Verein gegründet: Die freie Turn- und Sportgemeinschaft. Dieser Verein, in dem – wie der Name schon sagte – nicht nur Fussball gespielt wurde, unterstand der Führung folgender Herren:

Heinrich Balser, Adam Becht, Fritz Becht, Georg Müller, Wilhelm Schultheis sowie Heinrich Schultheis

Und folgende Spieler jagten dem runden Leder nach:
Georg Arnold, Ludwig Balser, Albert Becht, Gottfried Bühner, August Friebe, August Götz, Albin Habermann, Arno Habermann, Heinrich Henrich, Heinrich Metz, Albert Rausch, Heinrich Schäfer, Hans Walter und Heinrich Wirth.

Nachdem sich die politischen Wogen etwas geglättet hatten, ergriffen die Herren des Sportvereins von 1923 erneut die Initiative und nahmen im Jahre 1928 den Spielbetrieb als reiner Fussballverein – genannt „ die Süddeutschen“ – wieder auf. So geschah es, dass in dieser Zeit zwei Vereine in Nieder-Wöllstadt Fussball spielten. Diese beiden Vereine waren allerdings in zwei verschiedenen Verbänden organisiert; die einen im Arbeiter- Turn- und Sportbund und die anderen im Süddeutschen Fussballverband (daher auch die Bezeichnung „die Süddeutschen“).
Während die Turn- und Sportgemeinschaft ihren Sportplatz auf der sogenannten „Bleiche“ hatte ( dem heutigen Sportgelände des SV), spielten die Fussballer des SV damals in der Klappereck, dem heutigen Fülmsweg. Folgende Personen waren u. a. an der Wiederaufnahme des Spielbetriebes des SV 1923 beteiligt:

Vereinsführung: Josef Derbort, Fritz Geßner, Karl Müller sen., Berthold Petzel, Johann Schaub, Albert Schenk und Adam Spuck.
Aktive: Ludwig Bamberger, Fritz Geßner, Karl Hofmann, Willi Ihl, Karl Konrad, Willi Müller, Wilhelm Reibling, Fritz Röder, Fritz Rufener, Georg Schmidt und Heinrich Spuck.

Beide Vereine spielten in Ihren jeweiligen Klassen sehr erfolgreich und so kam es, dass sie in Ihren Verbänden im Jahre 1930 zeitgleich eine Meisterschaft feiern konnten. Der SV errang die B-Meisterschaft und die 1. Mannschaft der Turn- und Sportgemeinschaft konnte sogar die Kreismeisterschaft erringen, die seinerzeit mit dem Aufstieg in die höchste Spielklasse, der damaligen Kreisliga, verbunden war. Aus dieser Zeit stammt auch das älteste noch erhaltene Bild der 1. Mannschaft des Sportvereins, das die Meistermannschaft zeigt.

In der Meistermannschaft der freien Turn- und Sportgemeinschaft waren folgende Spieler im Einsatz:

Heinrich Bromm, August Fries, Ludwig Geier, Albert Habermann, Otto Hahn, Wilhelm Jahn, Heinrich Köhl, Wilhelm Oechler, Otto Schmidt und Richard Schnierle.

Beide Vereine bemühten sich übrigens immer fair und anständig miteinander umzugehen, was letztendlich dazu führte, dass sie im Jahre 1931 in einem gemeinsamen Arbeitseinsatz ihre jeweiligen Sportplatzanlagen in einen spielfähigen Zustand zu versetzen. Für die Turn- und Sportgemeinschaft wurde der Sportplatz auf der Bleiche vollkommen neu hergerichtet und für den SV wurde gar ein neuer Platz auf der Pfingstweide geschaffen (dem heutigen Vogelschutzgebiet).
So spielten die beiden Vereine nebeneinander weiter bis ins Jahr 1933. In diesem Jahr wurde die freie Arbeiter Turn- und Sportgemeinschaft durch ein Verbot aufgelöst und es wurde seitens der Behörden die Vereinigung der beiden Vereine angeordnet. Nachdem sich der anfänglich verständlicherweise aufgestaute Frust der TuS-Spieler gelegt hatte, schlossen sich etliche Spieler dem Sportverein an und es konnten zwei spielstarke Mannschaften gebildet werden, denen u. a. folgende Aktive angehörten:

Fritz Ambron, Hans Drauth, Heinrich Drauth, August Fries, Georg Goldmann, Albert Habermann, Hugo Habermann, Ludwig Habermann, Friedrich Ihl, Wilhelm Jahn, Karl Keith, Willi Klehm, Kurt Kost, Walter Kost, Adolf Mattern, Fritz Münk, Wilhelm Oechler, Heinrich Röding, Emil Rufener, Willi Schaub, August Spuck und Walter Süßenberger.

Vereinsvorsitzender war zu dieser Zeit Hermann Kromm.

Weitere Erfolge waren in den kommenden Spieljahren die Gruppenmeisterschaft im Jahre 1936 sowie das Erreichen des Gau-Endspiels im Pokalwettbewerb, das in Hanau mit 1:2 verloren ging, aber dennoch einen achtbaren Erfolg darstellte.In dieser Zeit war es nicht immer leicht, eine spielfähige Truppe zusammen zu bekommen, weil die damalige Allgemeine Wehrpflicht doch sehr am Potential der Mannschaft zehrte.
Die Protokolle über Versammlungen und Sitzungen enden in dem uns vorliegenden Protokollbuch mit dem 18.8.1939. Dennoch konnte trotz des Beginns des 2. Weltkrieges der Spielbetrieb bis ins Jahr 1943 aufrechrt erhalten werden, wobei allerdings unregelmässig und teilweise unter Verstärkung von auswärtigen Spielern ausgetragen wurden. Hier sind in erster Linie die Akteure Birkenstock, Pfannmüller und Koch (Assenheim), Ullrich und Kranz (Okarben), Mendel (Dortelweil) sowie Klautke (Friedberg) zu nennen.